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Hypnotherapie bei Schlafstörungen

Prof. Dr. Angelika Schlarb

Schlaf ist lebenswichtig und trägt essentiell zu Wohlbefinden und Gesunderhaltung bei. Jedoch verändert sich der Schlaf im Laufe des Lebens deutlich. Während wir als Kind sehr viel mehr und auch anders schlafen als Erwachsene,
verändert sich der Schlaf im höheren Lebensalter. Schlafmangel oder auch zu viel Schlaf gelten als Risikofaktoren zum einen für die Entwicklung einer Schlafstörung, jedoch auch für die Entwicklung einer psychischen oder physischen Erkrankung.
Ein seriöser Therapeut wird vor der Behandlung eine ausführliche Diagnostik durchführen, da es viele verschiedene Schlafstörungen gibt und erst festgestellt werden sollte, ob tatsächlich eine Schlaflosigkeit (Insomnie) vorliegt oder eine der vielen anderen Schlafstörungen. Hierzu wird er meist eine ausführliche Anamnese, ein Schlaftagebuch sowie verschiedene Fragebögen einsetzen, um ausschließen zu können, dass nicht eine organische Schlafstörung vorliegt. Schnarcht der Patient beispielsweise und finden nachts oftmals Atemaussetzer statt, sind dies Hinweise für eine andere Schlafstörung, die jedoch auch mit mangelnder Energie, Müdigkeit am Tage, Einschlafneigung und Konzentrationseinbußen verbunden sind. Daher ist eine ausführliche Diagnostik unbedingt notwendig.

"In mehreren Studien zum Thema Schlaf konnte gezeigt werden, dass sich der Schlaf durch Hypnose verändern lässt."

Festzuhalten bleibt, dass die hypnotherapeutische Behandlung von Insomnie sinnvoll ist, jedoch auf jeden Fall auch psychoedukative Elemente umfassen sollte. Ein gut ausgebildeter Therapeut sollte vor der Behandlung eventuelle andere psychische Beschwerden mit berücksichtigen und differentialdiagnostisch die Insomnie von anderen Schlafstörungen vor der Behandlung abklären.
Evidenzbasierte Hypnotherapie
Die gegenwärtige Forschung zum Einsatz von Hypnotherapie bei Schlafstörungen zeigt erste effektive Ergebnisse. Meist umfasst die Behandlung nach der Diagnostikphase mehrere Sitzungen, in denen zum einen der Grund für die Ein- und Durchschlafschwierigkeiten erarbeitet werden und zudem die Neigung zum Grübeln und der Umgang mit Sorgen besprochen werden. Durch die hypnotherapeutischen Elemente soll der Schlaf erleichtert und eine positive Grundhaltung ermöglicht werden. In mehreren experimentellen Studien zum Thema Schlaf bei Erwachsenen konnte sogar gezeigt werden, dass sich der Schlaf durch Hypnose verändern lässt. Auch in der Therapie von Insomnien konnten wir positive Effekte hinsichtlich der Schlafbeschwerden erzielen. In der Therapie kindlicher Insomnien ergaben sich sogar noch nach einem Jahr symptomreduzierende Effekte nach der Anwendung eines Behandlungskonzeptes von kognitiver Verhaltenstherapie für Insomnie und hypnotherapeutischen insomnierelevanten Trancen. Im Jugendlichenalter zeigten sich ebenfalls signifikante Verbesserungen nach einer solchen Kombinationsbehandlung – auch diese blieben bis ein Jahr nach der Behandlung stabil. Für das Erwachsenenalter gibt es ebenfalls einige Studien, die grundsätzlich positive Effekte aufweisen.

Prof. Dr. Angelika Schlarb (Universität Bielefeld)
Ausbilderin für hypno-systemische Konzepte bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.)
Leitung der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz des Psychologischen Institutes Bereich Kinder und Jugendliche
Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der M.E.G.
Autorin mehrerer Bücher
www.meg-hypnose.de

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