Hypnose in der Onkologie

ELVIRA MUFFLER, Dipl. Soz. päd.

Wenn nichts mehr hilft: Hypnose! Oder:
Ich möchte nichts unversucht lassen. Deshalb Hypnose!
Verbunden mit dem verständlichen Wunsch körperlich von den Krebszellen geheilt zu werden, suchen viele Patienten Hilfe bei Hypnosetherapeuten.
Es gibt in den Medien und manchmal auch im Familien- oder Freundeskreis immer wieder Beispiele unerwarteter Heilungen, die mit Psychotherapie und speziell mit Hypnose in Verbindung gebracht werden. Bis heute wissen wir nicht, wie genau psychische Veränderungen und die Vorgänge im Körper sich gegenseitig beeinflussen, und wir können körperliche Heilung mit Hypnose nicht gezielt und sicher erreichen. Aber wir wissen viel darüber, wie auch in der belasteten Lebenslage einer bedrohlichen Erkrankung und ihrer Behandlung die Psyche gestärkt und die Lebensqualität verbessert werden können. Und das stärkt auch den Körper.
Tatsächlich kann Hypnose von der Diagnosestellung an in allen Phasen der Behandlung und auch in der Nachsorge in vielfältiger Weise helfen. Hypnose und Selbsthypnose sind sehr wirksame Hilfen, um Angst, Verzweiflung und andere psychische Belastungen zu lindern und einen guten Umgang mit diesen Empfindungen zu finden. Sie wirken zudem sehr gut bei der Linderung von körperlichen Symptomen wie z.B. Schmerzen, Übelkeit oder Atemnot. Behandlungen wie Chemotherapie oder Bestrahlungen werden mit hypnotherapeutischer Unterstützung besser vertragen und die hypnotherapeutische Vorbereitung auf eine Operation empfinden viele Patienten als entlastend. Bei der Selbsthypnose wirken hilfreiche Sätze oder Bilder und ermöglichen z.B. eine Angst zu regulieren oder Schmerzen in den Hintergrund rücken zu lassen. Diese sogenannten Ressourcen werden für jeden individuell im Gespräch zwischen Hypnotherapeut/-in und Patient/-in entwickelt und sind dann auch außerhalb der Therapie eigenständig anwendbar. In der Therapie werden einfache Techniken zur Selbsthypnose vermittelt.

"Hypnose kann von der Diagnose-Stellung an in allen Phasen der Behandlung und auch in der Nachsorge in vielfältiger Weise helfen."

Angehörige können ebenso wie Patienten von hypnotherapeutischer Begleitung profitieren. Und sei es beispielsweise auch nur, sich von dem gedanklichen und gefühlten Durchspielen eines schlimmen Verlaufes zu befreien, der möglicherweise niemals eintreten wird. Die psychische Belastung der Angehörigen ist oft vergleichbar mit jener der Patient/-innen und Hypnose bietet die Möglichkeit der wirkungsvollen Entlastung.
Insgesamt kann mit Unterstützung der Hypnose und Selbsthypnose psychisch und körperlich die Lebensqualität erheblich verbessert werden damit auch während der Zeit der Erkrankung und Behandlung das Leben für Patient/-innen und ihre Angehörigen gut und erfüllend gestaltet werden.

Dr. med. Hansjörg Ebell
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Ausbilder für medizinische Hypnose bei der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.) und der Deutschen Gesellschaft für Hypnose (DGH)
Lehrtherapeut für Hypnose und Autogenes Training (Bayerische Landesärztekammer)
Autor mehrerer Bücher
www.doktorebell.de
Elvira Muffler, Dipl.-Soz. päd.
Ausbilderin für klinische Hypnose und hypnosystemische Kommunikation der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.)
Psychoonkologin
Buchautorin
www.meg-wandlitz.de (Ausbilderin)
www.elvira-muffler.de

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